"Lilalaue Nacht" wird Kult

Kabarett-Duo "Weibsbilder" sorgt für "Lachen, bis kein Arzt kommt!"

Nach einem über vierstündigen rasanten Programm, nach "Lachen bis zum Abwinken" standen die Akteure kurz vor Mitternacht auf der Bühne im Festzelt "unter dem Kirchturm" in Andervenne und ließen sich unter dem frenetischen Klatschen und Trampeln der ca. 400 Besucherinnen für die siebte "lilalaue Nacht, das Kabarett nur für Frauen" feiern.

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Natürlich ganz vorn die beiden "Weibsbilder" Anke Brausch und Claudia Thiel, die in einem atemberaubenden kabarettistischen Husarenritt (fast) alle menschlichen Schwächen immer mit dem nötigen Augenzwinkern und einem Schuss Selbstironie einem befreienden Gelächter ausgeliefert und ganz nebenbei unser Bild von Politik und den Politikern zurechtgerückt hatten.

Aber direkt dahinter standen die rund 20 präsenten Mitglieder der "plattdeutschen Theatergruppe Andervenne". Ihre Fantasie, Energie und Disziplin erfüllten die kultverdächtige "lilalaue Nacht in Andervenne, das Kabarett nur für Frauen" mit Leben. Sie sorgen mit ihren penibel ausgearbeiteten Programmen in jedem Jahr für neue Höhepunkte und steigende Besucherzahlen. In diesem Jahr waren es wohl um die 400 Frauen, die sich der Witzkanonade der "Weibsbilder" ausgeliefert sahen.

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"Der Nächste bitte" - so betitelt das Kabarett- und Comedyduo "Weibsbilder" sein Programm, mit dem es in Andervenne gastierte. Und dass frau sich mit einem Besuch in Therapie begab, das wurde schon beim Einlass mit Schwestern, "Pferdespritzen" und "Bluttransfusionen" sowie dem Possenspiel "Notfall" als Pausenfüller deutlich.

Eine stimmige Überleitung zum Hauptprogramm kündigte "Nachtschwester" Margret Schröder mit dem "Acapellachorpop Gnadenloss" aus Emsdetten an. Aber dann war es so weit, und die beiden "Dokteusen" oder "kranken Schwestern" übernahmen persönlich die Therapie sämtlicher Krankheiten.

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Und das ging in einem rasenden Stakkato im Wechsel von Monologen, Sketchen und schlagfertigen Dialogen, so dass zwischen dem Lachen kaum Zeit zum Atemholen blieb. Geschickt wurde zwischen den Anspielungen und Vieldeutigkeiten, Scherzen, Wortwitzen, Wortspielereien und einer hanebüchenen Situationskomik jongliert, so dass kein Auge trocken blieb.

Getreu ihrem Namen "Weibsbilder" nahmen die beiden Kabarettistinnen die Probleme der Welt aus der Sicht skurriler Figuren aufs Korn. Da kam es zu den gefürchteten "Freundlichkeiten" unter Kolleginnen und Freundinnen., Figurprobleme der "real existierenden Frau" wurden genüsslich ausgebreitet, die Ökotante Gundula mit ihrem Beckenboden und "Still-Liegen" bekam ihr Fett weg, und die Schulgöre Klein Tineken löste mit Legasthenie und ADS auf raffiniert-naive Weise alle Schulprobleme. Daneben wurde über Raucher, Gott, Männer, das "horizontale Gewerbe", die Welt und die Politik laut nachgedacht.

Das durfte frau sich einfach nicht entgehen lassen!

(Lingener Tagespost, 18. August 2008)